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Grün wie die Hoffnung |
Nun ist er also in der Welt, der Abschlussband der
„Schattenschwingen“-Trilogie. Ein finales Finale. Finaler geht es nicht,
richtig?
Als ich im letzten Herbst in Richtung
„die letzten hundert Seiten“ durchgestartet habe, gingen mir oft Gedanken durch
den Kopf wie „Nur noch ein paar Buchstaben, dann bist du raus aus der
Geschichte. Das war es dann mit der Sphäre, St. Martin und all den Figuren, die
dir drei dicke Bücher lang ans Herz gewachsen sind. Es wird Schluss sein mit
deinen ganz persönlichen Engeln. Aber so ist das, ordentliche Geschichten
verlangen nach einem ordentlichen Ende. Und für die Schwingen ist es jetzt
soweit. Also reiß dich zusammen und tu es.“
Ich habe mich zusammengerissen, aber
nicht gern. Ehrlich gesagt, mit viel Gejammer und Geheule. Ein wenig erleichtert
hat es mir die Geschichte selbst, weil sie ein solches Tempo an den Tag legte,
dass ich kaum Gelegenheit hatte, Taschentücher vollzuschluchzen. Und plötzlich
lag „Zeit der Geheimnisse“ schon im Lekorat, die Fahnen wehten herein ... und
dann war das Buch auch schon da.
Der Vergleich ist alt und oft genutzt,
aber er stimmt einfach: Bücher kriegen und Kinder schreiben - das ist sich
beides sehr ähnlich. Zu Anfang ist einem schwummerig vor Aufregung, dann kommt
eine entspannte Phase, die gern immer so weiter gehen könnte („Hey, ich und das
Baby/Buch sind echt ein lässig eingespieltes Team. Ist ja toll, so kann das
bleiben“) - was sie natürlich nicht tut. Wenn der Gipfel langsam ist Sicht gerät,
wird es nämlich ungemütlich bis arg anstrengend („Die Schwerkraft hasst mich
und meinen Bauch!“ respektiv „Wann haben sich bloß diese ganzen Figuren
eingeschlichen, die nun plötzlich superwichtig sind? Die passen unmöglich durch
das Finale!“). Man wünscht sich, endlich den Rückwärtsgang zu finden, den es
natürlich nicht gibt. Ha, sonst hätte man den bereits vor den Abi-Prüfungen
ausgiebig bedient, um die vier Wochen Bummelanz durch intensive Lernerei
auszutauschen. Außerdem ist da noch die überfallartig auftretende Frage, was man sich
eigentlich bei dem Unsinn gedacht hat. Bücher in die Welt setzen, dass sollen
doch bitteschön die anderen machen! Ich war eindeutig nicht klar bei Verstand,
als ich mich dazu entschlossen habe, die Sache hier durchzuziehen ... Ich will
zu meiner Mama! Irgendwann übernimmt dann der Lauf der Dinge, es flutsch quasi
von allein, und nach all den Mühen, Zweifeln und Schokokeksen hält man endlich
sein Buch in den Armen und weiß, es war die ganze Mühe wert.
Ab diesem Moment sind Babys klar im
Vorteil, denn sie halten die Mama dermaßen ordentlich auf Trapp, dass sie gar
nicht erst auf dumme Ideen kommt. Bücher sind da anders. Vor allem Trilogien.
Und ganz besonders die „Schattenschwingen.“
Seit meine Kiste mit „Zeit der
Geheimnisse“-Belegen eingetroffen ist, arbeitet es in mir.
Das
soll wirklich schon alles gewesen sein?, flüstert mir eine verzerrte Stimme zu.
Als ob ich auf den Trick mit dem
Stimmverzerrer reinfalle: es ist meine Muse. Für gewöhnlich freue mich, wenn
sie mir etwas zu erzählen hat, in diesem Fall jedoch nicht, also steckte ich
die Zeigefinger in meine Ohren und singe „Erzähl es jemand anderen, jemanden
mit viiiiel Zeit, tralalala.“ Leider ist diese Technik Mumpitz, wenn
die Stimme im eigenen Kopf erklingt.
Nun tu mal nicht so, du willst es doch auch.
Klar will ich es auch, aber wir alle wissen, wie eine solche Nummer endet: mit Heißhunger, Schwerkraftproblemen und Aua ... Halt, das war beim echten Baby.
„Trallalala.“
Klar will ich es auch, aber wir alle wissen, wie eine solche Nummer endet: mit Heißhunger, Schwerkraftproblemen und Aua ... Halt, das war beim echten Baby.
„Trallalala.“
Alles
was ich will, ist einen Vorschlag zu machen, wie die „Schattenschwingen“
fortgesetzt werden könnten. Betonung auf „könnten“, niemand zwingt dich dazu,
Schreiberling. Es ist nur ... Schließlich wird es ab dem dritten Band erst so
richtig spannend (ACHTUNG: SPOILERGEFAHR! Wer den dritten Band noch nicht kennt, sofort
mit dem Lesen aufhören und Tralala singen). Meine
Idee für eine Fortsetzung basiert auf der schwarz-weißen Traumwelt, die etwas
über den Ursprung der Schattenschwingen andeutet: Weiß kämpft gegen Schwarz.
Wenn sich Sphäre und Menschenwelt nun einander annähern, so wie Mila & Sam
es tun, dann – jetzt kommt der Knüller – kommt es zu einem Ungleichgewicht und
eine bislang unbekannte Welt tritt auf den Plan. Eine richtig finstere und böse
Welt.
Ich lasse die Zeigefinger sinken. „Eine
böse Welt?“
Eine bedeutungsvolle Pause. Die Muse
weiß ganz genau, dass sie mich am Wickel hat. Und dann holt sie zum Endschlag
aus. Wolltest du nicht schon immer mal
über deine ganz privaten Teufel schreiben?
Bescheunigter Herzschlag, feuchte Hände.
„Ja, ja, ja! Nur wann?“
Genau in diesem Moment verabschiedet
sich die Muse, mit Zeitplänen will sie nichts zu schaffen haben, die haben
dieselbe Wirkung auf sie wie das Weihwasser auf den Teufel. Aber ich sitze
allein mit beidem da: einer Idee und einem proppevollen Zeitplan, in dem
definitiv keine vierten Bände in den nächsten Jahren vorgesehen sind. Sogar
wenn ich das Schlafen ab sofort einstelle, wird es nichts vor 2015 werden.
Schrecklich, aber wahr.
Eine gute Sache hat es, wenn man mit
einer Idee schwanger geht: im Gegensatz zu „echten“ Schwangerschaften kann man
sich einen Schnaps gönnen. Denn brauchte ich nach dieser Unterredung dringend.
Die 2 dahinten, das sind doch ... |
Lieber frau Heitmann, ich bin ein grosser fan von ihrer arbeit und ihrer bücher. Etwas was mich wirklich intresiren wurde ist ob es shon bald eine Lea und Adam vortzetsung geben wurt? Wenn ich mich recht erinern kan solte das buch shon letzten herbst kommen solte, aber weil der grosteil der gesichte in Japan sein solte wurde der entlasungstermin vershoben. Es wurde mich wirklich freuen wenn ich ein update über das buch krigen wurde.
AntwortenLöschenDer Blog ist wirklich sehr schön!
AntwortenLöschenIch habe mich gleich mal als Leser eingetragen :)
Lg Jan